20 Millionen Euro für Industrieareal Future Site Inwest in Lindern
Es hatte eine tiefgehende Symbolik, als sich am Freitag, 26. Juni 2026, hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in der Linderner Mehrzweckhalle versammelten: Bei brütender Hitze ging es um nicht weniger als die wirtschaftliche Zukunft der gesamten Region. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) war persönlich angereist, um einen Förderbescheid über 20 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt des geplanten Groß-Industriegebiets Future Site Inwest zu übergeben.
Landrat Stephan Pusch (CDU) begrüßte die zahlreichen Gäste aus Politik und Verwaltung und fand klare Worte zur Tragweite des Vorhabens. Neben Ministerin Neubaur und dem neuen Kölner Regierungspräsidenten Gregor Lange hieß er unter anderem die Bürgermeister Kai Louis (Heinsberg) und Bernd Jansen (Hückelhoven) willkommen. Ebenso vertreten waren Ulrich Schirowski (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg mbH), Hartmut Möller und Holger Jansen von der Future Site Entwicklungsgesellschaft mbH sowie Bodo Middeldorf von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH.
„Das ist ein guter Tag für Lindern, ein guter Tag für den Kreis Heinsberg und ein guter Tag für die gesamte Region“, sagte Landrat Pusch mit Blick auf den Millionen-Zuschuss, der aus einem bereits im Vorfeld auf 54 Millionen Euro aufgestockten Landesbudget abgerufen wurde. Für Pusch ist das interkommunale 97-Hektar-Areal jedoch mehr als eine lokale Gewerbefläche – es ist eine Bewährungsprobe für das ganze Land: „Das ist ein Prüfnagel für das ganze Land. Es geht auch um die Frage: Was kriegen wir in Deutschland noch hin?“ Angesichts wegbringender Produktionskapazitäten sei es höchste Zeit, ein unübersehbares Signal zu setzen.
Auch Wirtschaftsministerin Mona Neubaur unterstrich die strategische Relevanz des Projekts, auf dem langfristig bis zu 10.000 zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen sollen. Lindern bietet eine von nur vier Flächen in ganz Nordrhein-Westfalen, die Platz für flächenintensive Großindustrie bereithalten. „Ich will die schlüsselfertigen Flächen in der Schublade haben, wenn die Investoren kommen“, sagte Mona Neubaur. Dass das Interesse der globalen Wirtschaft real ist, bestätigte Holger Jansen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft: Es gebe bereits konkrete Anfragen von Unternehmen, die sofort Vorverträge unterzeichnen würden. Die Nachfrage nach zusammenhängenden Flächen von 30 bis 50 Hektar sei in der Region extrem hoch.
Ganz geräuschlos ging der Festakt indes nicht über die Bühne. Vor der Halle demonstrierte ein gutes Dutzend lokaler Aktivisten gegen das Großprojekt und forderten umweltfreundlichere Alternativen wie Freiflächen-Photovoltaik. Bereits vor der Übergabe des Förderbescheids suchte Mona Neubaur den Dialog mit den Kritikern. Sie lobte sie dafür, dass sie ihre Meinung mit demokratischen Mitteln kundtun und das Thema aktiv auf die politische Agenda setzen. Mona Neubaur hielt den Demonstranten entgegen, dass das Land Flächen benötige, um den Menschen gut bezahlte Arbeitsplätze in der Umindustrialisierung zu sichern. Später in der Halle erneuerte sie ihre Haltung: Das „NIMBY“-Prinzip (Not In My Backyard – Nicht in meinem Hinterhof) dürfe angesichts der Interessen der Kommunen und des gesamten Landes nicht überwiegen. Regierungspräsident Gregor Lange lobte das Projekt ebenfalls für seine besondere Strahlkraft: „An diesem Standort werden wirtschaftliche Stärke und Nachhaltigkeit zusammengedacht. Wir wollen das Rheinische Revier als starke Industrieregion beibehalten, aber unter neuen Vorzeichen.“
Zur Sprache kam auch das Thema Infrastruktur. Die Entlastung der Anwohner in Hückelhoven und Hilfarth durch die L364n sowie die Ortsumgehungen für Lindern (L228n) und Brachelen sind Voraussetzung, um das Mammutprojekt den Bürgern vermitteln zu können. Landrat Pusch sagte dazu: „Wir stehen bei unseren Bürgern im Wort und müssen glaubwürdig bleiben. Und da brauchen wir auch Druck auf höherer Ebene.“ Mona Neubaur versprach, die Prozesse beim Landesbetrieb Straßen.NRW beschleunigen zu wollen, und stellte ein weiteres Abstimmungstreffen mit NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) direkt nach den Sommerferien in Aussicht. Beide seien sich einig im Willen, die Verkehrsanbindung zügig umzusetzen.
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NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur
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Förderbescheidübergabe mit Mona Neubaur
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Ministerin Mona Neubaur und Demonstranten in Lindern
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Publikum bei der Übergabe in Lindern
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Regierungspräsident Gregor Lange
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Förderbescheidübergabe in der Mehrzweckhalle Lindern
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Mona Neubaur im Gespräch mit Ulrich Schirowski (WFG) und anderen
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Publikum in der Sporthalle in Lindern