Asiatische Hornisse: Keine Meldepflicht mehr - Ehrenamtler helfen
Die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) hat sich im Kreis Heinsberg mittlerweile fest etabliert. Aufgrund der bundesweiten Einstufung als „weit verbreitet“ wird die Bekämpfungsstrategie angepasst: Die Untere Naturschutzbehörde (Kreis Heinsberg) ist künftig nicht mehr erster Ansprechpartner für die Nestbekämpfung. Stattdessen rücken die ehrenamtlichen Experten lokaler Vereine in den Fokus.
Seit dem ersten Nachweis in Deutschland im Jahr 2014 hat sich die Asiatische Hornisse rasant ausgebreitet. Im Kreis Heinsberg stiegen die Fundzahlen seit 2023 massiv an. Da die Art als hochmobil gilt und eine Wiederbesiedlung aus dem EU-Ausland nicht zu verhindern ist, hat das Bundesumweltministerium die Hornisse im Frühjahr 2025 offiziell als „weit verbreitet“ eingestuft.
Wegfall der staatlichen Bekämpfungspflicht
Diese Einstufung hat weitreichende Folgen für die Kreisverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger:
- Keine Tilgungspflicht: Eine vollständige Ausrottung der Art in Deutschland ist nicht mehr realisierbar. Aus naturschutzfachlicher Sicht besteht daher keine Begründung mehr für eine behördliche Bekämpfung.
- Zuständigkeit: Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Heinsberg ist von der Bekämpfungspflicht entbunden.
- Keine Meldepflicht: Entgegen anderslautenden Berichten entfällt die Meldepflicht für Einzeltiere und Nester bei der Naturschutzbehörde.
- Eigenverantwortung: Die Entscheidung, ein Nest (etwa in Gärten, an Dachüberständen oder Kellerabgängen) zu entfernen, liegt nun beim jeweiligen Grundstückseigentümer. Eine Verpflichtung hierzu besteht nicht mehr.
Das Entfernen alter Nester, die oft erst im Herbst nach dem Laubfall sichtbar werden, ist nicht sinnvoll. Diese Nester sind ab Ende November verlassen und werden nicht erneut besiedelt.
Ehrenamtliche Vereine als neue Ansprechpartner
Obwohl die operative Verantwortung nicht mehr bei der Behörde liegt, bleibt die Untere Naturschutzbehörde koordinierend tätig. In einer aktuellen Informationsveranstaltung mit den kommunalen Ordnungsämtern und Ehrenamtlern wurde die künftige Zusammenarbeit gefestigt. Bürgerinnen und Bürger, die Unterstützung im Umgang mit der Asiatischen Hornisse benötigen, werden gebeten, sich direkt an die spezialisierten Vereine im Kreisgebiet zu wenden:
1. Velutina Netzwerk Niederrhein
- Ansprechpartner: Walter Heimes
- E-Mail: nachricht@velutina-netzwerk-niederrhein.de
- Web: www.velutina-netzwerk-niederrhein.de
2. Imkerverein Selfkant
- Ansprechpartner: Ralph Schmitz
- Telefon: 01575 1116490
- E-Mail: schmitz_ralle@t-online.de
Hinweis zu den Kosten
Die Experten der Vereine betonen, dass ihre Tätigkeit zwar ehrenamtlich organisiert ist, die Einsätze zur Bekämpfung oder Entfernung von Nestern jedoch nicht kostenlos erbracht werden können. Grundstückseigentümer müssen die Kosten für eine Entfernung (auch durch private Schädlingsbekämpfer) selbst tragen.