Hürtgenwald: Mehr als 170 Feuerwehrleute aus dem Kreis Heinsberg im Dauereinsatz

Ein extrem forderndes Einsatzwochenende liegt hinter den Feuerwehren des Kreises Heinsberg: Von Freitagnachmittag, 14. August 2026, bis in die späten Abendstunden des Sonntags, 16. August 2026, unterstützten zahlreiche ehrenamtliche Feuerwehrleute und Katastrophenschützer aus dem Kreis Heinsberg die überörtliche Brandbekämpfung bei dem Großwaldbrand in der Gemeinde Hürtgenwald (Kreis Düren). Durch ihren Einsatz leisteten die Einheiten einen entscheidenden Beitrag dazu, ein Übergreifen der Flammen auf Wohnbebauung und Waldgebiete zu verhindern.

Mehr als 170 Einsatzkräfte aus neun Städten und Gemeinden und Spezialkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Kreis Heinsberg waren über drei Tage hinweg im Dauereinsatz – von anspruchsvoller Brandbekämpfung vor Ort bis zur rückwärtigen Führung von bis zu 1800 Kräften.  „Für diesen unermüdlichen und selbstlosen Einsatz in Hürtgenwald spreche ich allen beteiligten Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sowie den Führungskräften im Namen der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Heinsberg meinen tiefsten Dank und meine höchste Anerkennung aus“, sagt Landrat Stephan Pusch. Auf die Feuerwehren im Kreis Heinsberg sei in jeder Lage uneingeschränkt Verlass – „auch und besonders dann, wenn unsere Nachbarn in Not sind.“

Freitag: Riegelstellung und Schutz von Siedlungen und Talsperre

Die erste Alarmierung erreichte die Leitstelle des Kreises Heinsberg am Freitagnachmittag um 15.07 Uhr über die Bezirksregierung Köln. Binnen kürzester Zeit formierten sich 86 Einsatzkräfte mit 13 Fahrzeugen sowie ein Krad und ein Quad an der Katastrophenschutz-Unterkunft an der Rheinstraße in Hückelhoven. Unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Claus Vaehsen rückten drei erweiterte Löschzüge am frühen Abend in den Bereitstellungsraum nach Hürtgenwald aus.

Vor Ort galt es, im Bereich der Ortschaft Großhau eine akute Bedrohung abzuwenden. Die Löschmaßnahmen der Einsatzkräfte aus dem Kreis Heinsberg konzentrierten sich zunächst auf einen etwa 500 Meter breiten Waldabschnitt.  Eine besondere Gefahr stellte dabei die Munitionsbelastung des Geländes dar, weshalb die Einsatzkräfte das Waldgebiet zunächst nicht betreten konnten. Im weiteren Verlauf bauten die Kräfte eine wirksame Riegelstellung auf und konnten das Feuer in Richtung Rennweg und Wehebachtalsperre stoppen – ein Vorhaben, das auch dank der Unterstützung lokaler Landwirte und Fuhrunternehmen erfolgreich gelang, wie Kreisbrandmeister Klaus Bodden berichtet.

Samstag: Führungsstab koordiniert bis zu 1800 Einsatzkräfte

Parallel zur Brandbekämpfung war das Know-how des Kreises Heinsberg auch in der Einsatzleitung gefragt: Am Samstagmorgen übernahm die Mobile Führungsunterstützung (MoFüSt) des Kreises Heinsberg unter Leitung von Kreisbrandmeister Klaus Bodden die rückwärtige Unterstützung der Gesamteinsatzleitung vor Ort. Aufgrund der enorm dynamischen Lage wurde das Team im Tagesverlauf personell durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Günter Paulzen auf zehn Führungskräfte aufgestockt. Die Heinsberger Spezialisten übernahmen Schlüsselfunktionen in den Sachgebieten Personal, Lage, Einsatz, Versorgung und Einsatztagebuchführung. In Spitzenzeiten wurden durch den Stab bis zu 1800 Einsatzkräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen strukturiert, geführt und versorgt.

Sonntag: Glutnester und Nachlöscharbeiten bei schwierigen Windverhältnissen

Bereits am Samstagabend folgte die nächste überörtliche Anforderung. Am frühen Sonntagmorgen rückten erneut 76 Feuerwehrleute mit elf Fahrzeugen unter der Führung von Heiko Dreßen (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Gangelt) und Holger Röthling (Leiter der Feuerwehr Wassenberg) aus. Der Schwerpunkt lag auf personalintensiven Nachlöscharbeiten entlang der Bundesstraße 399: Böschungsbereiche wurden intensiv gewässert, um ein Überspringen des Brandes auf unversehrte Waldflächen zu verhindern. Zu Fuß rückten Trupps ausgerüstet mit Löschrucksäcken und Waldbrandhacken in das unwegsame Gelände vor, um tiefsitzende Glutnester freizulegen und abzulöschen. Als auffrischender Wind die Brandherde bei Großhau erneut anheizte, verhinderten die Einheiten aus dem Kreis Heinsberg durch schnelles Eingreifen eine erneute Brandausbreitung. Erst am späten Sonntagabend kehrten die letzten Einheiten nach rund 50 Gesamtstunden Einsatzgeschehen in ihre Heimatstandorte zurück.

Anerkennung für herausragendes Ehrenamt

Kreisbrandmeister Klaus Bodden zog nach Abschluss des Einsatzes ein durchweg positives Resümee: „Dieser dreitägige Großeinsatz war sowohl taktisch als auch logistisch ein echter Härtetest. Durch das hohe Maß an Engagement, Kameradschaft, Flexibilität und professioneller Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte konnten die angeforderten Aufträge erfolgreich umgesetzt und ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der Einsatzlage geleistet werden.“ Dass die Einsatzkräfte aus dem Kreis Heinsberg sowohl unmittelbar an der Brandfront als auch bei der Koordination von fast 2000 Einsatzkräften auf höchstem Niveau unterstützen konnten, unterstreiche die enorme Leistungsfähigkeit des Katastrophenschutzes und der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Heinsberg. „Den vielen ehrenamtlichen Kräften gebührt unser allergrößter Respekt“, sagt Klaus Bodden.

Zahlen & Fakten zum Einsatz

Beteiligte Einheiten aus dem Kreis Heinsberg: Freiwillige Feuerwehren aus Erkelenz, Gangelt, Geilenkirchen, Heinsberg, Übach-Palenberg, Waldfeucht, Wassenberg und Wegberg sowie die IuK-Einheit (Information und Kommunikation) des Kreises Heinsberg.

Eingesetzte Kräfte: Über 170 Einsatzkräfte in drei Einsatzabschnitten / Schichten.

Einsatzdauer: Freitag, 14. August 2026, 15.07 Uhr, bis Sonntag, 16. August 2026, ca. 23 Uhr (reine Arbeitszeit vor Ort: ca. 28 Stunden; Gesamteinsatzzeit inklusive Verlegung über 50 Stunden).

Mehr als 170 Einsatzkräfte aus dem Kreis Heinsberg halfen am dritten August-Wochenende bei der Brandbekämpfung im Hürtgenwald. Foto: Kreis Heinsberg
Mehr als 170 Einsatzkräfte aus dem Kreis Heinsberg halfen am dritten August-Wochenende bei der Brandbekämpfung im Hürtgenwald. Foto: Kreis Heinsberg