Kreisjugendamt unterstützt Sport4Prisons-Projekt zur Resozialisierung
Vertreterinnen und Vertreter des internationalen Erasmus+-Sportprojekts Sport4Prisons trafen sich vom 1. bis 3. Juni 2026 im Fontanus Sportzentrum in Zsombó sowie in Szeged (Ungarn) zum jüngsten transnationalen Projekttreffen. Partnerorganisationen aus Deutschland, Ungarn, Portugal und der Türkei kamen zusammen, um die Entwicklung eines innovativen sportbasierten Rehabilitationsprogramms für junge Menschen und Erwachsene im Strafvollzug weiter voranzutreiben. In Deutschland wird das Projekt von einem Netzwerk regionaler assoziierter Partner unterstützt, darunter die Justizvollzugsanstalt Heinsberg, das Kreisjugendamt Heinsberg, die Justizvollzugsanstalt Bremen und die Justizvollzugsanstalt Schleswig.
Sport4Prisons ist ein dreijähriges europäisches Kooperationsprojekt mit dem Ziel, eine strukturierte Sportmethodik zu entwickeln und zu erproben, die den Aufbau zentraler Lebenskompetenzen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft fördert. Durch eine speziell entwickelte kontaktfreie Sportart werden die Teilnehmenden dabei unterstützt, Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit, Selbstkontrolle, strategisches Denken, Resilienz und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.
Das Treffen in Ungarn markierte einen wichtigen Meilenstein im Projekt. Nach vorausgegangenen Forschungsaktivitäten, Online-Koordinationstreffen und früheren transnationalen Partnertreffen nutzte das Konsortium drei intensive Arbeitstage, um die praktischen Elemente der neuen Methodik vor ihrer Pilotanwendung in Justizvollzugseinrichtungen abzuschließen und zu testen.
Während der Veranstaltung nahmen die Projektpartner an Testdurchläufen des neu entwickelten kontaktfreien Mannschaftsspiels teil, das den Kern des Sport4Prisons-Ansatzes bildet. Das Spiel wurde gezielt entwickelt, um persönliche und soziale Kompetenzen zu fördern, die für eine erfolgreiche Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung sind. Durch Teamarbeit, Kommunikation, Entscheidungsfindung und Problemlösung werden die Teilnehmenden dabei unterstützt, Fähigkeiten zu entwickeln, die ihre Rehabilitation und Reintegration fördern können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Weiterentwicklung der Methode zur Beobachtung und Bewertung von Kompetenzen. Diese soll Fachkräften und Mitarbeitenden im Strafvollzug ermöglichen, die Entwicklung der Teilnehmenden während des gesamten Programms systematisch zu begleiten und zu dokumentieren. Darüber hinaus tauschten die Partner Erfahrungen aus ihren jeweiligen nationalen Kontexten aus und berieten über die Vorbereitung der bevorstehenden Pilotphase.
Vertreterinnen und Vertreter des ungarischen Innenministeriums sowie der Generaldirektion des ungarischen Strafvollzugs nahmen an Teilen des Treffens teil und unterstrichen damit das wachsende institutionelle Interesse an innovativen Ansätzen, die Sport als Instrument der Rehabilitation und sozialen Wiedereingliederung nutzen.
Die Pilotumsetzung der Sport4Prisons-Methodik wird in Kürze gemeinsam mit den regionalen assoziierten Partnern in Deutschland sowie weiteren Partnerorganisationen in Europa beginnen. Ziel ist es, zu evaluieren, wie strukturierter Sport die persönliche Entwicklung, die Vermittlung positiver Werte und eine erfolgreiche gesellschaftliche Wiedereingliederung unterstützen kann.
Als assoziierter Partner bringt das Kreisjugendamt Heinsberg seine fachliche Expertise in den Bereichen Jugendhilfe, soziale Entwicklung und Prävention in das Projekt ein. Dabei unterstützt das Jugendamt insbesondere den Austausch zwischen den beteiligten Institutionen und begleitet die Übertragbarkeit der entwickelten Ansätze auf die Arbeit mit jungen Menschen in unterschiedlichen sozialen Kontexten.
„Sport4Prisons zeigt, wie strukturierter Sport soziales Lernen, Verantwortungsbewusstsein und eine positive persönliche Entwicklung fördern kann“, sagt Melanie Dohmen, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, beim Kreisjugendamt Heinsberg. „Für uns bietet das Projekt die Möglichkeit, innovative Ansätze kennenzulernen und dazu beizutragen, dass junge Menschen und Erwachsene Kompetenzen entwickeln, die ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihre Zukunftsperspektiven stärken.“
Sport4Prisons wird von einem internationalen Konsortium von Organisationen aus Ungarn, Deutschland, Portugal und der Türkei umgesetzt.
Projektpartner
- Ungarischer Wasser-Skyball-Verband (Ungarn) – Projektkoordinator
- FONTANUS Wissenschaftliches Methodologisches Forschungs- und Bildungszentrum (Ungarn)
- Wassenberger Baseball- und Softballverein (Deutschland)
- TALENTBRÜCKE GmbH & Co. KG (Deutschland)
- IPS_Innovative Prison Systems (Portugal)
- Multi Act Verein zur Unterstützung der Zivilgesellschaft (Türkei)
Assoziierte Partner
- Justizvollzugsanstalt Heinsberg (Deutschland)
- Kreisjugendamt Heinsberg (Deutschland)
- Justizvollzugsanstalt Bremen (Deutschland)
- Justizvollzugsanstalt Schleswig (Deutschland)