Renaturierung des Rodebachs bei Selfkant-Süsterseel: Amt für Umwelt und Verkehrsplanung beginnt fünftes Teilprojekt
In der Nähe der Ortschaft Selfkant-Süsterseel haben nun die Arbeiten zur Renaturierung des Rodebachs im Abschnitt zwischen der Wiedereinmündung des Baches aus den Niederlanden nach Deutschland und dem Jabeeker Weg begonnen. Die Arbeiten werden bis zum Spätherbst vollständig abgeschlossen sein. Die Erdarbeiten zur Schaffung des neuen Bachlaufs und die damit verbundenen verkehrsintensiven Arbeiten werden voraussichtlich bis Mitte September beendet. Erst danach kann der neue Bachlauf geflutet werden. Das Projekt ist das insgesamt fünfte Teilprojekt zur Renaturierung des Rodebachs, wenn man die noch ausstehende grenzüberschreitende Renaturierung südlich des Westzipfelpunktes bei Isenbruch mit einrechnet. Diese ist bereits seit einigen Jahren in der Planung und soll ebenfalls noch dieses Jahr starten.
Bereits im Jahr 2020 wurde ein erster Teilbereich des Rodebachs zwischen dem Jabeeker Weg und der alten B 56 entsiegelt und naturnah umgestaltet. 2021 folgte die Renaturierung des Rodebachs zwischen Selfkant-Wehr und Selfkant-Tüddern. Im Jahr 2023 wurden weitere Abschnitte im selben Bereich entsiegelt und naturnah hergestellt. Das aktuelle Projekt oberhalb des Jabeeker Wegs ist das letzte Projekt zur Renaturierung des Rodebachs, das ausschließlich auf deutschem Gebiet stattfindet. Es gliedert sich in zwei Teilabschnitte. Zum einen wird auf einer Länge von etwa 200 Metern eine Entsiegelung mit naturnahem Ausbau erfolgen. Weiter unterhalb bis zum Jabeeker Weg wird auf einer Länge von knapp 900 Metern ein vollständig neues, mäandrierendes Bachbett gegraben, sodass der Rodebach dort vollständig renaturiert wird. Insgesamt verlängert sich der Bachlauf somit von etwa 750 Metern auf etwa 1.100 Meter.
Im Rahmen des Projekts werden die Wege ertüchtigt, die Brücke bzw. Überfahrt erneuert und später Gehölze und Röhrichtpflanzen eingebracht. Das Projekt wird gemäß der Richtlinie zur Umsetzung des Investitionsgesetzes Kohleregionen (Ökosystemverbund Rheinisches Revier) mit 95 Prozent der Baukosten durch Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) bezuschusst. In die Förderung fließen auch Mittel des Bundes ein. Wie auch die anderen bereits fertiggestellten Projekte wurde das Projekt vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg initiiert, geplant, ausgeschrieben und geleitet. Ausführendes Unternehmen ist aktuell die Firma Dohmen aus Übach-Palenberg.
Mit Abschluss des Projektes ist der Rodebach, sofern ständig wasserführend und über deutsches Staatsgebiet verlaufend, von der einst vorhandenen Betonrinne in ein naturnahes Fließgewässer zurückverwandelt worden. Begleitend wurden dabei Moorbereiche wieder vernässt, der Wasserabfluss verlangsamt, Retentionsraum und Biotope geschaffen und die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtline hergestellt.