Schullesungen: „Faustschlag von rechts“ von Stefanie Kaluza
Mehrere Klassen der Gesamtschulen Heinsberg-Waldfeucht und Oberbruch erhielten jetzt prominenten Besuch aus Berlin. Auf ihrer Durchreise zur Lit.Ruhr, dem Literaturfestival im Ruhrgebiet, machte die Autorin Stefanie Kaluza Halt, um aus ihrem ersten Jugendroman vorzulesen. Für die überwiegend aus Neunt- und Zehntklässlern bestehenden Gruppen hatte sie zwei Lesungen vorbereitet. Rund 90 Schülerinnen und Schüler versammelten sich dazu in der Aula der Gesamtschule Heinsberg-Waldfeucht. An der zweiten Lesung am Standort Heinsberg-Oberbruch nahmen in der Schülerbibliothek rund 50 Jugendliche teil. Die Lesungen wurden in Kooperation mit NRWeltoffen und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg organisiert.
Die Jugendlichen lauschten gespannt der Geschichte des Protagonisten Jarik und seiner Freunde Mo und Andi. Jarik ist heimlich in Mo verliebt, die er seit Kindertagen kennt und bei der er sich rundum wohlfühlt. Doch wie soll er ihr seine Gefühle gestehen? Im Boxclub kann Jarik seinen Frust über die Trennung seiner Eltern abbauen. Als Falk, zu dem viele aufschauen, ihn zu einem Zeltlager der Jugendgruppe einlädt, möchte Jarik unbedingt teilnehmen. Jarik fühlt sich in dieser Gemeinschaft zunächst wohl, da er endlich die Anerkennung und den Zusammenhalt findet, die ihm zu Hause fehlen. Die Warnungen seiner Freunde schlägt er in den Wind, denn er will nicht wahrhaben, was sie ihm sagen. Die Gruppe ist rechtsextrem und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück.
Die Lesungen boten immer wieder Gelegenheiten zum Nachdenken und Austausch. Die Jugendlichen konnten Fragen stellen und ihre Gedanken teilen. „Könnt ihr euch in die Situation von Jarik hineinversetzen? Ist er naiv, oder könnte uns so etwas auch passieren?“ Solche und ähnliche Fragen stellte die Autorin den Schülerinnen und Schülern, die darauf nicht immer eine einfache Antwort fanden. Während die Fragen der Jugendlichen zunächst zögerlich gestellt wurden – für viele war es schließlich die erste Lesung überhaupt –, wurden sie im weiteren Verlauf zunehmend offener. Besonders interessiert zeigten sich die Schülerinnen und Schüler am Beruf der Schriftstellerin: „Wie wird man Autorin? Wann haben Sie entschieden, Schriftstellerin zu werden? Sind Sie zufrieden mit Ihrem Roman?“ Ja, sie sei zufrieden mit dem Ergebnis, antwortete Stefanie Kaluza. Eine Fortsetzung werde es jedoch vermutlich nicht geben, da die Geschichte ihrer Meinung nach vollständig erzählt sei.
Die Lesungen boten eine spannende Abwechslung zum Schulalltag und zeigten auf eindringliche Weise die Gefahren rechtsextremer Jugendgruppen auf. Diese können in moderner Ausprägung in den unterschiedlichsten Gewändern daherkommen, beispielsweise als Boxclub oder Gaming-Community. Die Veranstaltungen verdeutlichten, wie wichtig es ist, Jugendliche und Erwachsene für extremistische Tendenzen zu sensibilisieren.
Weitere Informationen zum Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg finden sich unter: www.integrationsportal-kreis-heinsberg.de